Die Notwendigkeit, Kulturerhalt mit Entwicklungszusammenarbeit zu verbinden, mag auf den ersten Blick eher unsinnig erscheinen. Natürlich ist die Versorgung mit sauberem Trinkwasser oder medizinische Versorgung eine der wichtigsten Aufgaben dieser Hilfen, aber es gibt Aspekte, die etwas tiefer gehen und sehr wohl die Unterstützung bei der Sicherung der lokalen Kultur rechtfertigen.

Schaut man auf die Kriege der jüngeren Geschichte, sieht man immer häufiger, wie die Zerstörung von Denkmälern dazu benutzt wird, die lokale Identität zu schwächen. Ein besonderes Beispiel ist Kambodscha, wo während des Regimes der Roten Khmer sämtliche Geschichtsschreibung vernichtet wurde. Die Tempel von Angkor sind die letzten Zeugen einer Hochkultur, die ihrer Zeit zu den Weltmächten zählte.

Entwicklungszusammenarbeit im Denkmalerhalt zeigt der lokalen Bevölkerung die Bedeutung ihrer Tempel und schafft mit ihnen zusammen einen Weg, diese zu erhalten und daraus einen Nutzen zu ziehen, z.B. durch die Einführung eines nachhaltigen und schonenden Tourismus. So werden nicht nur Arbeitsplätze geschaffen, sondern auch die Verantwortung für das nationale Kulturerbe in die Hände der lokalen Verantwortlichen gelegt. Ein langfristig funktionierendes Modell zur Nutzung dieser Tempel wird zudem die Plünderung von Kunstgegenständen vermindern, die oft von Einheimischen aus finanzieller Not praktiziert wird.